Modellsegelflug in Italien und Frankreich, August 2026

Zwischen Himmel und Bergen – eine unvergessliche Modellflugreise durch die Alpen Von italienischer Thermik zum französischen Hangflugparadies – eine Woche voller Abenteuer, eindrücklicher Flüge und gelebter Kameradschaft.

Es gibt Reisen, die bleiben für immer in Erinnerung. Für fünf Modellsegelflieger der Modellfluggruppe Münchenbuchsee wurde eine Woche in den Alpen genau dazu – ein Abenteuer, das westlich von Turin begann und in der faszinierenden französischen Berglandschaft rund um Corps, am Rande der historischen Region Beaumont, seinen krönenden Abschluss fand.

Teil 1: Italien – Thermik westlich von Turin, zu fünft 

Die erste Etappe führte unsere kleine Gruppe in die italienischen Westalpen, genauer gesagt in die Gegend westlich von Turin.

Hier, am Fusse der mächtigen Alpen, liess die Thermik trotz teilweise tiefer Wolkenbasis nicht lange auf sich warten.

Die südliche Sonne heizte die Berghänge auf, und bereits am ersten Nachmittag konnten wir unsere Segelflugmodelle in mächtigen, wenn auch durch die Hanglage begrenzten Aufwinden hoch über die italienische Bergwelt steigen lassen.

Besonders beeindruckend war der Blick auf die Gipfel des Monviso und des Gran Paradiso – eine Kulisse, die jedes Modellfliegerherz höherschlagen liess. Wir nutzten die grossartigen Bedingungen für ausgedehnte Flüge, während unten in den kleinen Bergdörfern das italienische Leben seinen gemächlichen Gang ging.

Natürlich kam auch das leibliche Wohl nicht zu kurz. Nach erlebnisreichen Flugtagen genossen wir die italienische Küche mit Pasta, weiteren Köstlichkeiten und dem einen oder anderen Aperol. Schliesslich gehört zu einer gelungenen Modellflugreise nicht nur gute Thermik, sondern auch gutes Essen und gemütliches Beisammensein.

Doch nach vier intensiven, von Sonne, eindrücklichen Flügen und kulinarischen Genüssen geprägten Tagen kam der Moment des Abschieds.

Ernst musste die Heimreise antreten. Schweren Herzens verabschiedete er sich von seinen Kameraden, während die vier verbleibenden Piloten ihre Modelle und die gesamte Ausrüstung verstauten und früh am nächsten Morgen die Weiterreise nach Frankreich antraten.

Teil 2: Frankreich – mit neuer Verstärkung zu fünft ins Gebiet der Route Napoléon 

Die vier Modellflieger zogen weiter – über den Mont-Cenis-Pass ins benachbarte Frankreich. Das Ziel war die Region um Grenoble und Corps, eingebettet in die eindrückliche Bergwelt der französischen Alpen.

Doch lange sollten wir nicht zu viert bleiben. In Frankreich stiess unser Freund Cédric, ebenfalls ein begeisterter Modellsegelflieger, zu uns. Damit war unsere Mannschaft wieder komplett: fünf Piloten, zahlreiche Segelflugmodelle und jede Menge Vorfreude auf neue fliegerische Abenteuer.

Hier erwartete uns eine völlig andere Flugwelt. Die französischen Alpen zeigten sich rauer, die Hänge steiler und die Aufwinde oft kräftiger und anspruchsvoller als zuvor in Italien.

Davon liessen wir uns natürlich nicht abschrecken. Schliesslich waren wir genau deswegen hierhergekommen!

Unser Ziel war ein bekannter Modellflughang oberhalb von Corps, in der eindrücklichen Landschaft entlang der historischen Route Napoléon.

Was dann folgte, war Hangfliegen vom Feinsten.

Unsere Segelflugmodelle tanzten förmlich in den dynamischen Hangaufwinden und nutzten die teilweise ausserordentlich kräftige Thermik. Die Fernsicht reichte bei guten Bedingungen beinahe bis zum Mont Blanc.

Atemberaubende Flüge mit sehr hohen Geschwindigkeiten, spektakulärer Kunstflug ohne grosse Einschränkungen und entspanntes Thermikfliegen in gewaltigen Höhen wechselten sich ab.

Ob rasante Vorbeiflüge entlang der Hangkante, weiträumige Kunstflugfiguren oder das ruhige Kreisen in einem kräftigen Aufwind – jeder Pilot kam auf seine Kosten.

Manchmal war die Thermik so stark, dass weniger das Steigen als vielmehr das anschliessende Herunterkommen zur eigentlichen Herausforderung wurde!

Ein besonders schönes Erlebnis war die Begegnung mit einer Gruppe französischer Modellflieger, die wir an einem der Hänge trafen.

Trotz gewisser Sprachbarrieren verstanden wir uns auf Anhieb. Denn unter Modellfliegern braucht es nicht immer viele Worte. Ein Blick zum Himmel, eine Handbewegung am Sender oder ein begeistertes Lächeln nach einem gelungenen Flug genügen oft vollkommen.

Gemeinsam wurde gefachsimpelt, gelacht und geflogen. Dabei zeigte sich einmal mehr, dass unsere gemeinsame Leidenschaft keine Landesgrenzen kennt.

Die Flugtage dauerten teilweise bis in die Abendstunden, wenn die tief stehende Sonne die umliegenden Berggipfel in ein warmes Rotgold tauchte.

Allerdings hatte die Natur gelegentlich andere Pläne. Wenn sich am Horizont dunkle Gewitterwolken auftürmten und ein Sommergewitter näher rückte, hiess es plötzlich: Modelle landen, einpacken und möglichst rasch zurück ins Trockene!

Auch das gehört zum alpinen Modellsegelfliegen – die Wetterentwicklung stets im Auge behalten und im richtigen Moment entscheiden.

Zwischen den Flügen – was bleibt, ist die Freundschaft Was diese Reise besonders machte, war nicht nur die spektakuläre Kulisse oder die aussergewöhnlichen Flugbedingungen. Es war vor allem die Mischung aus Abenteuer, Reiselust, gemeinsamer Begeisterung und echter Kameradschaft.

Jeder Morgen begann mit der gleichen spannenden Frage:

«Wo fliegen wir heute?»

Dabei spielten Wetterprognosen, Windrichtungen, Thermikaussichten und natürlich die persönlichen Vorlieben der Piloten eine wichtige Rolle.

Manchmal waren die Entscheidungen schnell getroffen, manchmal wurde ausgiebig diskutiert. Doch spätestens, wenn die ersten Modelle am Hang aufgebaut waren und der Wind vielversprechend über die Kante strich, waren alle Zweifel vergessen.

Und jeder Abend endete in gemütlicher Runde – in Italien gerne bei einem Aperol, in Frankreich bei einem wohlverdienten Bier.

Dabei wurden die Erlebnisse des Tages nochmals ausführlich besprochen. Besonders gelungene Flüge wurden gefeiert, spektakuläre Flugmanöver nochmals analysiert und gelegentlich vielleicht auch ein wenig ausgeschmückt.

Denn bekanntlich werden beim gemütlichen Zusammensitzen die Aufwinde noch etwas stärker, die Flughöhen noch eindrücklicher und die Geschwindigkeiten noch ein bisschen höher!

Doch gerade diese gemeinsamen Stunden machten die Reise zu etwas Besonderem.

Ein letzter Flug über den französischen Alpen Am letzten Tag zog es uns nochmals an den inzwischen vertrauten Hang oberhalb von Corps.

Ein letztes Mal wurden die Modelle aufgebaut, die Fernsteuerungen eingeschaltet und die Segelflugzeuge in die alpine Luft hinausgeschickt.

Noch einmal genossen wir die grossartige Aussicht über die weite französische Berglandschaft, die steilen Hänge und die umliegenden Gipfel, auf denen teilweise nur noch kleine Schneefelder vom vergangenen Winter zeugten.

Unsere Modelle zogen ihre Bahnen durch die klare Bergluft, getragen von Hangwind und Thermik.

Es waren jene Augenblicke, in denen man die Zeit vergisst und einfach nur den Flug, die Landschaft und das Zusammensein geniesst.

Irgendwann hiess es dann endgültig landen, die Modelle sorgfältig verstauen und Abschied nehmen von dieser beeindruckenden Flugregion.

Was blieb, waren viele schöne Erinnerungen und die Gewissheit, dass dies bestimmt nicht unsere letzte gemeinsame Modellflugreise gewesen sein würde.

Fazit: Vom italienischen Dolce Vita zum französischen Savoir-vivre Diese Reise zeigte einmal mehr, dass Modellsegelfliegen weit mehr ist als ein technisches Hobby.

Es ist eine Tür zu atemberaubenden Landschaften, zu neuen Begegnungen und zu Momenten purer Freiheit.

Wir erlebten die italienische Wärme, genossen kräftige Thermik über den Westalpen und entdeckten anschliessend die faszinierende Flugwelt der französischen Berge.

Erst italienisches Dolce Vita zu fünft, dann französisches Savoir-vivre mit neuer Verstärkung – zwei Länder, sechs Modellsegelflieger und eine gemeinsame Leidenschaft.

Was bleibt, sind nicht nur die spektakulären Flüge, die grandiosen Landschaften und die unzähligen Flugstunden, sondern vor allem die Freundschaft, die Kameradschaft und die vielen gemeinsamen Erlebnisse.

Eine Woche, zwei Länder, sechs Freunde und unzählige unvergessliche Flugmomente!

Und eines ist sicher: Wenn das nächste Mal die Frage auftaucht, «Wo fliegen wir dieses Jahr hin?», werden die Erinnerungen an diese wunderbare Alpenreise bestimmt wieder für leuchtende Augen sorgen.

Ein Reisebericht der Modellfluggruppe Münchenbuchsee